Manche Menschen erkennst Du nicht daran, was sie erzählen, sondern daran, was sie morgens um sieben mit einer Katze auf dem Bauch machen, obwohl der Wecker seit fünf Minuten klingelt.⏰

Nämlich gar nichts.

Du liegst da, bewegst Dich möglichst wenig und denkst darüber nach, ob dieser eine Termin heute wirklich so wichtig ist.

Echte Katzenmenschen erkennt man sowieso selten an den offensichtlichen Dingen. Klar, vielleicht steht irgendwo eine Tasse mit Katzenmotiv herum. Vielleicht hängt ein Katzenkalender in der Küche. Aber viel verräterischer sind die kleinen Gewohnheiten, die sich irgendwann eingeschlichen haben und inzwischen völlig normal wirken.

Zumindest für Dich.

Andere Menschen wundern sich dagegen manchmal darüber, warum mitten im Wohnzimmer seit zwei Wochen ein leerer Karton steht oder warum Du Deiner Katze erklärst, dass Du nur kurz zum Supermarkt gehst.

Wenn Dir davon einiges bekannt vorkommt, dürfte diese Liste interessant werden.

„Was willst Du denn jetzt?“

„Du hast doch gerade erst bekommen.“

„Ich bin wirklich gleich wieder da.“

„Nein. Das ist mein Essen.“

Solche Gespräche gehören in vielen Katzenhaushalten vermutlich genauso zum Alltag wie das morgendliche Zähneputzen.

Natürlich weißt Du, dass Deine Katze nicht plötzlich anfangen wird, Dir ausführlich von ihrem Tag zu erzählen. Trotzdem machst Du nach einer Frage manchmal eine kleine Pause.

Und manchmal kommt tatsächlich etwas zurück.

Ein kurzes Miau. Ein „Mrrrp“. Ein Blick. Ein Schwanzzucken.

Du sitzt auf dem Sofa.

Deine Katze schaut Dich an.

Dann werden ihre Augen langsam schmaler. Sie schließt sie kurz und öffnet sie wieder.

Und Du?

Du blinzelst natürlich zurück.

Für jemanden ohne Katze ist in diesem Moment exakt nichts passiert.

Für Dich war es eine kleine Unterhaltung.

Man muss daraus keine geheime Katzensprache machen. Trotzdem ist es ein schönes Beispiel dafür, wie fein Kommunikation mit Katzen manchmal sein kann.

Wer mit seiner Katze zusammenlebt, lernt irgendwann, viel mehr auf solche Kleinigkeiten zu achten.

Katja schreibt darüber auch in ihrem Beitrag über ein 👉🏻 achtsames Leben mit Katzen. Gerade bei diesen winzigen Signalen merkt man nämlich ziemlich schnell, wie viel man übersieht, wenn man immer nur auf die großen Dinge wartet.

Für andere Menschen miaut Deine Katze.

Für Dich gibt es dagegen eine ziemlich umfangreiche Auswahl.

Das Futter Miau.

Das Tür Miau.

Das leicht beleidigte Miau.

Das „Warum ist diese Tür geschlossen, obwohl ich sie vor drei Minuten selbst verlassen habe?“ Miau.

Und natürlich dieses eine Geräusch, bei dem Du sofort weißt, dass Du besser nachsehen solltest.

Mit der Zeit lernst Du nicht nur die Laute Deiner Katze kennen. Du bemerkst auch, wie sie läuft, wie sie schaut und wie sie sich bewegt.

Du siehst schon an der Körperhaltung, ob sie gerade nur durch das Wohnzimmer spaziert oder in ungefähr drei Sekunden völlig grundlos losrennen wird, als hätte jemand den Turbo eingeschaltet.

Das klingt für Außenstehende vieleicht ein bisschen übertrieben.

Katzenmenschen wissen genau, was gemeint ist.

Du hast die Wohnung eingerichtet.

Zumindest redest Du Dir das gerne ein😉.

In Wirklichkeit steht der Sessel vielleicht deshalb ein Stück weiter links, weil Deine Katze von dort besser auf die Fensterbank kommt.

Der Kratzbaum steht genau am Fenster, obwohl Du ursprünglich einen hübschen kleinen Beistelltisch dort haben wolltest.

Eine Pflanze musste umziehen.

Eine andere Pflanze musste komplett ausziehen.

Und auf Deinem Lieblingsstuhl liegt inzwischen eine Decke, die offiziell niemandem gehört.

Außer natürlich der Katze🐈.

Besonders verräterisch wird es, wenn Du eine neue Wohnung besichtigst.

Andere Menschen achten auf Küche, Badezimmer und Stauraum.

Du stehst im Wohnzimmer und denkst:

„Oh, die Fensterbank wäre perfekt.“

Spätestens dann ist die Sache eigentlich eindeutig.

Du möchtest jemandem ein Foto zeigen.

Also öffnest Du Deine Galerie📷.

  • Katze auf dem Sofa.
  • Katze auf dem Bett.
  • Katze sitzt am Fenster.
  • Katze schläft.
  • Katze schläft aus einem leicht anderen Winkel.
  • Katze schaut komisch.
  • Unscharfe Katze.
  • Katze gähnt.
  • Katze macht eigentlich überhaupt nichts Besonderes, aber das Licht war gerade schön.

Nach zwei Minuten hast Du das gesuchte Foto noch immer nicht gefunden.

Dafür hast Du ungefähr 40 andere Katzenbilder gesehen und bei mindestens drei davon kurz gedacht: „Oh Gott, wie süß.“

Löschen?

Kommt nicht infrage.

Bild Nummer 382 und Bild Nummer 383 sehen zwar für andere Menschen gleich aus, aber Du erkennst natürlich einen ganz erheblichen Unterschied.

Auf dem zweiten guckt sie anders😄.

Eigentlich musst Du aufstehen.

Der Kaffee wartet.

Dein Handy liegt auf dem Tisch.

Du müsstest dringend zur Toilette.

Leider hat sich Deine Katze gerade auf Deinen Schoß gelegt.

Damit ist die Angelegenheit fürs Erste erledigt.

Natürlich könntest Du sie vorsichtig zur Seite setzen.

Du bist schließlich erwachsen und körperlich vermutlich dazu in der Lage.

Aber dann schaust Du auf dieses entspannte Gesicht.

Die Pfoten sind ordentlich unter dem Körper verstaut. Die Augen geschlossen. Vielleicht schnurrt sie sogar noch.

Also bleibst Du sitzen.

Der linke Fuß wird langsam taub, aber das ist jetzt eben so.

Besonders absurd wird die Situation nachts.

Die Katze beansprucht ungefähr 20 Prozent der Matratze, schafft es aber trotzdem, Dich auf eine Fläche zu verdrängen, auf der sich normalerweise nicht einmal ein mittelgroßes Handtuch bequem ausbreiten könnte.

Und wer bewegt sich?

Natürlich Du.😄

Ein Paket kommt📦.

Du öffnest es.

Die Katze erscheint.

Ab diesem Moment gehört der Karton nicht mehr Dir.

So sind die Regeln.

Vielleicht wird erst einmal nur geschnuppert. Vielleicht sitzt sie drei Sekunden später drin. Vielleicht verwandelt sich dieser unscheinbare Versandkarton für die nächsten vier Tage in den besten Schlafplatz der gesamten Wohnung.

Und ja, daneben steht möglicherweise ein Katzenbett, das 69 Euro gekostet hat.

Das wird ignoriert😼.

Dass Deine Katze ausgerechnet den zerknitterten Paketkarton bevorzugt, obwohl daneben ein extra gekauftes Bett steht, ist wissenschaftlich damit allerdings noch nicht vollständig entschuldigt.😄

Der Karton bleibt jedenfalls.

Bis die Katze das Interesse verliert.

Und selbst dann wartest Du vorsichtshalber noch einen Tag.

Manchmal passiert eigentlich gar nicht viel.

Deine Katze legt sich ein Stück näher zu Dir.

Sie bleibt liegen obwohl Du Dich bewegst.

Sie kommt von selbst ins Zimmer.

Oder sie schläft plötzlich an einem Ort, an dem sie sich früher nie entspannt hätte.

Für Besucher ist das komplett unspektakulär.

Du weißt dagegen genau, dass gerade etwas Besonderes passiert ist.

Denn Du kennst Deine Katze.

Du weißt, ob sie normalerweise vorsichtig ist. Ob sie schnell erschrickt. Ob sie Nähe sucht oder lieber selbst entscheidet, wann Kontakt stattfinden darf.

Gerade deshalb können winzige Veränderungen plötzlich richtig groß wirken.

Es beginnt meistens relativ harmlos.

Vielleicht mit einer Tasse.☕🐈‍⬛

Dann kommen Socken.🧦🐈

Ein Schlüsselanhänger.🐈‍⬛🗝️

Eine Postkarte.📬🐈

Irgendwann hält Dir jemand irgendetwas mit Katzenmotiv hin und sagt:

„Das ist doch genau was für Dich.“

Und ärgerlicherweise hat die Person recht.

Deshalb funktionieren 👉🏻 Geschenke für Katzenmenschen auch so gut. Sie greifen etwas auf, das längst Teil des Alltags geworden ist.

Und mal ehrlich: Wenn Familie und Freunde irgendwann wissen, dass sie mit Katzenkram kaum danebenliegen können, hat das durchaus Vorteile.

Natürlich magst Du Katzen.

Aber Deine Katze ist etwas anderes.

Sie hat ihre eigenen Regeln.

Vielleicht trinkt sie Wasser am liebsten aus einem Glas, obwohl drei Näpfe herumstehen.

Vielleicht sitzt sie jeden Abend exakt zur selben Zeit an derselben Stelle.

Vielleicht liebt sie irgendeinen völlig sinnlosen Gegenstand, den Du längst wegwerfen wolltest.

Und warscheinlich gibt es mindestens eine seltsame Angewohnheit, die Du schon mehreren Menschen ausführlich erklärt hast.

Mit der Zeit entsteht einfach eine gemeinsame Geschichte.

Du kennst die Lieblingsplätze Deiner Katze. Ihre Macken. Ihre Rituale. Die Dinge, die sie mag und die Dinge, bei denen Du besser nicht einmal versuchst, sie davon zu überzeugen.

Genau darin liegt vielleicht der Unterschied zwischen „Ich mag Katzen“ und echtem Zusammenleben mit ihnen.

Eine Katze ist dann nicht mehr irgendein Tier, das bei Dir wohnt.

Sie ist eben genau diese eine Katze.🐈

Mit diesem Blick.

Mit diesem komischen Geräusch.

Mit dieser vollkommen unlogischen Vorliebe für einen Karton, obwohl daneben ein wunderschönes Katzenbett steht.

Und irgendwie möchtest Du es auch gar nicht anders haben💕.

Nicht unbedingt am Katzenpulli.

Auch nicht daran, wie viele Katzenartikel in der Wohnung stehen.

Meistens verraten sie sich viel früher.

Sie bleiben noch fünf Minuten sitzen, weil die Katze gerade eingeschlafen ist.

Sie erkennen am Klang eines einzigen „Miau“, was gleich passieren wird.

Sie fotografieren zum hundertsten Mal dieselbe Schlafposition.

Sie freuen sich über einen kleinen Blick, einen Schritt näher auf dem Sofa oder eine Katze, die einfach beschlossen hat, heute genau neben ihnen zu schlafen.

Und irgendwann merken sie, dass sich ihr Alltag an vielen kleinen Stellen verändert hat.

Nicht dramatisch.

Einfach Stück für Stück.

Bis der Karton im Wohnzimmer vollkommen normal aussieht und Du Dich ernsthaft fragst, warum andere Leute ihre eigentlich immer sofort wegwerfen.