Als ich das Thema zu der Blogparade meiner Kollegin Mara las, spürte ich ein freudiges Kribbeln im Bauch und unkontrolliert aufploppende Ideen, was ich im Artikel schreiben würde.

Welche Katze (natürlich, welches Tier auch sonst!?) hatte mein Leben bedeutend verändert, welche nur im “normalen” Rahmen? Wie sollte ich eine Entscheidung treffen, wo doch jede meiner Katzen auf ihre eigene Art und Weise mein Leben nachhaltig beeinflusste?

Wer sagt, dass ich mich für ein Tier entscheiden muss?

Also nehme ich dich mit zu den Katzen, die tiefe Spuren hinterlassen haben.

Wie fast alle kleinen Mädchen wollte ich ein Pferd, einen Hund oder eine Katze – und zwar genau in dieser Reihenfolge. Heraus kamen Zwergkaninchen, denen ich meine Schulsorgen offenbarte und die mir geduldig zuhörten ohne mich zu bewerten.

Schon damals fühlte ich mich mit Tieren (auch Weinbergschnecken und Regenwürmern) sicher und vollkommen authentisch. Meine Neugier, mehr über diese Lebewesen zu erfahren, war riesengroß. Meine Enttäuschung ebenso, als ich nach einem Urlaub mit meiner Familie meine Weinbergschnecken “Hanni” und “Nanni” nicht mehr dort fand, wo ich sie hingesetzt hatte. Eine mehrstündige Suche im benachbarten Wiesenstück blieb erfolglos.

Dann kam die Pubertät und mein Interesse an Tieren wich anderen Leidenschaften wie den Beatles und später Michael Jackson.

Bis “Putzi”, die Katze meiner besten Freundin Gladys, auftauchte, eine kurze Zeit blieb und mich katzen-schockverliebt zurückließ.

Zu Beginn meines Studiums wohnte ich mit besagter Freundin in einer WG zusammen – ohne Plan und ohne Haustier.

Doch dann erkrankte Gladys’ Mutter schwer an Asthma – ausgelöst durch die Katzenhaare der Familienkatze “Putzi”. 

Natürlich übernahmen wir die kleine, schwarze Katzendame, die schon etwas älter und daher eine recht ruhige Zeitgenossin war.

Rückblickend beschreibe ich die Erfahrungen mit Putzi kurz und knapp so: Sie kam, ich sah und war heillos verloren für die Katzenwelt😻😻.

Ich glaube, viele von euch kennen dieses Gefühl von Zuneigung, das sich in einem breit macht, wenn man einer Katze nur zusieht, wie sie sich putzt, wie sie einem zublinzelt oder sich an einen kuschelt. Ein vibrierendes Schnurrgeräusch obendrauf – mehr braucht es nicht, um für immer von der Katzenliebe infiziert zu sein.

🐈‍⬛ Wenn ich an Putzi zurückdenke, sehe ich sie, wie sie auf dem Teppich sitzt, schnurrt, zu Gladys hochschaut, blinzelt und hin und wieder ein winziges Stückchen Chips ergattert.

🪑 Eine andere Szene, die bei mir noch sehr präsent ist: Wir sitzen beim Frühstück und unsere Katzendame sitzt selbstverständlich auf ihrem eigenen Stuhl, den Schwanz elegant um sich gelegt. Hoheitsvoll dreht sie den Kopf mal zu mir, mal zu meiner Freundin, schnurrt, blinzelt und gibt ein keckerndes “Mau” von sich, wenn wir sie ansprechen.

🛏️ Wenn wir von der Uni nach Hause kamen und sie uns nicht freudig begrüßte, fanden wir sie immer als Bettdeckenhügel getarnt in einem der Betten.

Auch als sie nicht mehr bei uns war, blieb doch meine leidenschaftliche Liebe zu diesen wunderbaren Geschöpfen. Und mehr: Seit Putzi kann ich mir ein Leben ohne Katzen nicht mehr vorstellen. Sie sind seit vielen Jahren ein fester, verlässlicher Teil meines Lebens geworden – zunächst nur privat und dann auch beruflich.

innige Verbindung zu meiner Katze

Viele Jahre und einige Katzen später trat Sisko🐈 in mein Leben und veränderte es von Grund auf.

Ich adoptierte Sisko, einen grau-weißen Kater mit schönem großen Katerkopf, als er ca. 4 Jahre alt war. Offenbar wurde er in seinem vorherigen Zuhause von anderen Katzen gemobbt und landete aus mir nicht bekannten Gründen im Tierheim.

Ich sehe ihn noch vor mir, wie er sich miauend aus seinem Weidenkorb schälte, als ich ihm leckere “Stängchen” anbot und beruhigend auf ihn einredete. Bei meinem nächsten Besuch im Tierheim erkannte er meine Stimme wieder und lief schon laut miauend auf mich zu und stieß mir sein Köpfchen ins Gesicht.

Da war die Sache klar – Sisko kam mit und durfte mit mir, meinem Partner und meinen anderen beiden Katzen leben.

Rückblickend hatte ich wahnsinniges Glück, dass er sich problemlos in die Katzengruppe einfügte, obwohl ich ihn direkt zu den anderen Katzen ließ – ohne “richtige” Zusammenführung. Bärchen und Flo waren sehr sozial und Sisko so unaufdringlich, dass es nie zu Streitereien kam.

Empfehlen kann ich diese Art des Bekanntmachens von Katzen nicht.

In diesem Artikel liest du, warum du deine Katzen auf sanfte Art zusammenführen solltest.

Zurück zu meinem Sisko.

💖 Ich liebte ihn für viele Dinge abgöttisch: 

🦘 Wenn er mit weiten Sprüngen und “ausgebreiteten” Armen den Wiesenhügel hoch lief, dann konnte ich pure Lebensfreude spüren – so tief wie bei keiner anderen Katze vor oder nach ihm.

🛌🏼 Wenn er sich auf meine Brust legte und laut vibrierte, ging mein Herz vor Liebe fast über.

🗽 Er war sanft, liebevoll und freiheitsliebend.

Ich liebte ihn auch, weil er unsicher war, weil er als Kontrollfreak ganz pünktlich sein Revier kontrollieren musste und auch, obwohl er hin und wieder mit seinem Harn Möbelstücke markierte.

Und dann zogen wir in ein anderes Haus. Von diesem Zeitpunkt war nichts mehr wie vorher.

Das Haus (in dem ich noch heute wohne), liegt in einem wunderschönen großen Garten; die Nachbargärten sind mit Zäunen abgegrenzt und hinter den Gärten verläuft ein schmaler Weg. Dahinter gibt es nur einen Zaun und ein großes Waldgebiet.

Und es wohnten damals noch mehr Katzen in der Gegend als heute, die sich dieses durch viele Zäune beschränkte Gebiet teilen mussten.

Eine davon, ein Thai-Kater, lehrte mich das Fürchten, denn er war das, was man als “territorial hoch aggressiv” bezeichnet. Vor 15 Jahren hatte ich keinen blassen Schimmer davon.

Ich wusste zuerst nicht, dass die Kämpfe, in die mein Sisko verwickelt wurde, nicht enden würden. Es gab keine zeitliche Einteilung des Reviers, um Begegnungen zu vermeiden. Im Gegenteil: Der feindselige Kater lauerte Sisko in seinem eigenen Kernrevier (also das Gebiet ganz nah am Haus) auf, um sich direkt auf ihn zu stürzen. Sofort verbissen sich die Kater mit Knurren und Geschrei ineinander. 

Die Bisswunden waren tief, Abszesse blieben nicht aus und wir wurden Stammgäste bei unserer Tierärztin.

Mein Kater veränderte sich zusehends – er kontrollierte sein Revier fast manisch und schien immer auf der Hut zu sein. Es war keine Angst, die ihn leitete, sondern ein Gefühl der Wut, wenn er seinen Gegner anknurrte, schmatzte und auf ihn losging.

Bei einem dieser Kämpfe steckte sich Sisko auch mit dem felinen Immunschwäche-Virus an.

Aber ich lernte auch von einer Katzenpsychologin, von denen es damals nur wenige gab (und in meiner räumlichen Nähe schon gar nicht):

  • Es gibt solche territorial extrem aggressiven Kater – liebevoll zu ihren Menschen, feindselig gegenüber Artgenossen.
  • Wenn ich den Zaun ständig verbessere, lernt der Thai-Kater, ihn zu überwinden.
  • Versuche, den Kater mit aggressiven Mitteln (Wasserschlauch, Schreien) zu vertreiben, nützen nicht.
  • Hier hilft nur: Strom auf den Zaun legen (wie bei Kuhweiden), das schreckt nachhaltig ab.

Doch das traute ich mich nicht.

Nach beinahe einem Jahr Schreckensherrschaft wurde es plötzlich still.

Denn der Kater, der uns das Leben so schwer machte, wurde überfahren.

Ich bin ehrlich: Eine überwältigende Erleichterung war mein vorherrschendes Gefühl.

Endlich konnte Sisko wieder nach Herzenslust herumstromern und ich brauchte keine Angst mehr um meinen geliebten Kater zu haben.

Ich glaube, es dauerte keine Woche, bis ich den Entschluss fasste, die Ausbildung zur Katzenpsychologin bei der ATN zu absolvieren. Nie wieder, so schwor ich mir, wollte ich mich bei Katzenproblemen so hilflos und ohnmächtig fühlen.

Was soll ich sagen? Mein Wunsch ging in Erfüllung und das Tolle daran: Ich helfe nun auch anderen Menschen, sich wieder sicher und entspannt zu fühlen, wenn sie Probleme mit ihren Katzen haben.

Meine Verbindung zu Sisko hat mich hilflos gemacht, ängstlich und wütend. Sie hat mir aber auch gezeigt, wozu ich fähig bin, wenn ich mich einer Situation stelle, die mir Angst macht.

Vor allem hat sie mir meinen zukünftigen Weg gezeigt: Tiere beobachten, verstehen, wie sie fühlen und sich verhalten – das war meine Leidenschaft, seit ich ein Kind war. Sisko hat dafür gesorgt, dass daraus mein Beruf wurde.

Wer sagt also, dass ich mich für ein Tier entscheiden muss?

Jedes einzelne hat mich zu der Katzenpsychologin gemacht, die ich heute bin. Sisko hat mir dabei den größten Anstoß gegeben – und einen Platz ausgefüllt, den er nie wieder verlassen hat💖.

Katja Henopp Leben mit Katze, katzenpsychologin

Hallo, ich bin Katja

Als Katzenpsychologin und Verhaltensberaterin für Katzen mit über 12 Jahren Erfahrung begleite ich dich dabei, die Sprache und Gefühle deiner Katzen zu verstehen, Konflikte zu entschärfen und Schmerzen frühzeitig zu erkennen.

Mein Schwerpunkt liegt auf dem spannungsgeladenen Mehrkatzenhaushalt, in dem es immer wieder zu Konflikten zwischen Katzen und zum Harnmarkieren kommt.

Ich helfe dir, subtile Signale deiner Katzen zu erkennen und zeige dir Methoden, wie du ohne großen Aufwand für eine friedliche Stimmung sorgst.

Im Leben mit Katze Insider Club und im Leben mit Katze Podcast teile ich mein Wissen aus hunderten Beratungsfällen – damit du deine Katzen endlich wirklich verstehst.

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