Deine Katze ist schon etwas älter , hat vielleicht ihren Katzenfreund verloren und du suchst nun „Ersatz“ für den Verstorbenen.

Da ist ein Kitten doch die richtige Wahl, oder!?

Die haben Welpenschutz und deine alte Katze kann die junge in ihrem Sinne erziehen.

Stopp!

Diese Annahmen sind falsch.

Warum du weder deiner älteren Katze noch dem Kätzchen einen Gefallen tust, wenn du sie zusammenführst, erfährst du im Text und in meiner Podcastfolge „Kitten und ältere Katze vergesellschaften – geht das gut?“

In dieser Folge erzähle ich dir auch von meinen eigenen Erfahrungen mit meinem Kater Spock und der kleinen Flo.

Das braucht deine ältere Katze

Eine erwachsene Katze, die über 8 Jahre alt ist, springt i. d. R. nicht so übermütig jedem Papierkügelchen hinterher wie es eine junge Katze tut.

Sie ist erfahren, kennt alle möglichen Dinge, mit denen sich spielen lässt (oder eben auch nicht) und schätzt auch ihren Mittagsschlaf.

Eine Katze, die bereits 12 oder älter ist, schläft mehr, sitzt beobachtend auf der Fensterbank oder streift durchs Revier, hat aber meistens schon mit Schmerzen zu tun, z. B. mit 👉Arthrose. Spielen oder Jagen steht auch auf ihrem Programm.

Aber sie möchte nicht mehr jedem Blatt hinterherjagen – und schon gar nicht gefühlte 50 Mal am Tag.

Ältere Katzen brauchen also andere Spiele, mehr Ruhe, geliebte Rituale und keinen nervigen Fell-Zwerg, der sie ständig spielerisch attackiert.

Kitten wollen Spaß

Junge Katzen sind total aktiv, flitzen in der Wohnung herum, hangeln sich am Geländer entlang, springen überall drauf und schlafen irgendwann selig auf deinem Schoß ein.

Sie sind wahnsinnig neugierig, müssen alles inspizieren (auch das ältere Katzenmodell, das da faul rumliegt) und jagen sich auch gerne gegenseitig.

Daher passt zu einem Kitten ein etwa gleichaltriges Kätzchen, das genau die gleichen Spiel-Bedürfnisse hat.


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Die beiden passen einfach nicht zusammen

Ein Kitten ist aus der Sicht der älteren Katze ein nerviges, manchmal sogar Angst einflößendes Geschöpf, mit dem sie möglichst wenig zu tun haben will.

Es macht ständig Annäherungsversuche, piepst komisch und bringt zu viel Chaos ins Leben der alten Katze.

Die hat darauf einfach keinen Bock.

Du merkst das daran, dass sie die Kleine anfaucht, vielleicht sogar attackiert, jagt und beißt oder sich immer mehr zurückzieht bzw. versteckt.

Deshalb wird sie auch überhaupt nicht begeistert sein, wenn du ihr ein junges Kätzchen vor die Nase setzt.

So etwas wie „Welpenschutz“ gibt es bei Katzen nicht; daher ist es auch für die Kleine alles andere als schön, wenn sie von der älteren Katze gehauen oder vertrieben wird.

Und warum sollte die alte Katze das Kitten erziehen wollen?

Es macht manchmal den Anschein, weil die erwachsene Katze der Kleinen öfter einen draufgibt oder sie anfaucht. Das tut sie lediglich, um die andere auf Distanz zu halten. Ein Vergnügen ist das sicherlich nicht😉.

Und mit einer angeblichen Rangordnung hat dieses Verhalten auch nichts zu tun – die gibt es nämlich bei Katzen in dieser Form gar nicht.

Und das arme Kätzchen, das so gerne Anschluss finden und mit seinem Spielkumpan durch die Wohnung jagen würde, wird enttäuscht😿.

Es passt einfach nicht.

Chance auf ein Happy-End?

Natürlich gibt es auch ganz wunderbare Freundschaften zwischen Kitten und älteren Katzen.

Aber, ganz ehrlich, die sind selten.

So erhöhst du die Chancen auf ein Happy End, wenn du doch ein Kitten zu dir und deiner älteren Katze nehmen möchtest.. oder es schon hast.

  • Nimm 2 Kitten bei dir zu Hause auf – die beiden Kleinen haben die gleichen Spielbedürfnisse und lassen im besten Fall die ältere in Ruhe.
  • Führe beide Parteien strategisch klug zusammen, sodass sie nicht vom anderen überrumpelt werden und sich langsam aneinander gewöhnen. Wie das geht, erfährst du in meiner erprobten 👉 Anleitung zum Training an der Gittertür. So hat es auch bei Kundinnen von mir doch noch geklappt mit der erfolgreichen Vergesellschaftung der Katzen. Erfolgreich ist sie dann verlaufen, wenn sich beide Katzen nicht nur aus dem Weg gehen und nebeneinander her leben, sondern wenn sie sich gegenseitig putzen, sich kabbeln oder hin und wieder auch zusammen spielen.

Zum Wohl deiner Katzen?

Bevor du dich für eine (oder zwei) neue Kitten entscheidest, frage dich ganz ehrlich, ob das der Wunsch deiner jetzigen Katze ist oder doch eher dein eigener!?

Kitten sind in deinen Augen niedlich und süß, aber empfindet das deine alte Katze genauso?

Oder kommt sie mit einer ruhigen, sozialen, älteren Katze besser zurecht?

Oder ist sie zufrieden mit ihrem Leben an deiner Seite ohne eine weitere Konkurrenz?

Ich wünsche dir eine bewusste Entscheidung, die dich und alle deine Katzen glücklich macht.

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Kitten mit alter Katze zusammenführen
Fellnasenpost Katja Henopp

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