Deine Katze liegt gemütlich auf deinem Schoß, du streichelst sie ganz nebenbei und plötzlich beißt sie dich.

Oder sie liegt auf dem Rücken und du umfasst mit einer Hand liebevoll oder spielerisch ihren zarten Bauch, woraufhin sie deine Handkante beknabbert.

Mit so genannten „Liebesbissen“ hat das Verhalten deiner Katze rein gar nichts zu tun. Sie zeigt dir mit ihrem Beißen nämlich nicht ihre Zuneigung, sondern ihren Unmut, wenn sie zu lange gestreichelt wird bzw. ihre Spielfreude, wenn du sie am Bauch anfasst.

Was dir deine Katze mit ihren Bissen sagen möchte, erfährst du in diesem Artikel.

Manche Katzen reagieren auf ein Streicheln, das zu lange dauert, mit einer Überstimulation. Das heißt, sie empfinden die Berührung als sehr unangenehm, nahezu schmerzhaft und beißen deshalb zu. Oft knapst die Katze nur, damit der Mensch mit dem Streicheln aufhört.

Andere Gründe für dieses Abwehrverhalten sind Schmerz, Schreck, Schutzbedürfnis oder Angst.

Aber der Reihe nach…

Wirft eine Katze sich auf den Boden, dreht sich zur Seite oder auf den Rücken und zeigt dir ihren Bauch, wird sie häufig missverstanden.

Wir Menschen denken: Oh, wie süß, meine Katze möchte gekrault werden! Bei manchen Katzen treffen wir damit auch ins Schwarze, aber viele Katzen zeigen uns damit, dass sie uns vertrauen. Denn schließlich präsentieren sie mit dem Bauch eine extrem verwundbare Körperstelle und das würden sie nicht tun, wenn sie sich nicht sicher fühlen würden.

Eigentlich eine sehr schöne Botschaft an uns.

Dennoch lädt sie dich nicht automatisch dazu ein, ihren weichen Bauch zu streicheln. Vielleicht ist sie kitzelig oder empfindet es als unangenehm, wenn du sie an diesem sensiblen Körperteil berührst.

Berührst du sie trotzdem am flauschigen Bäuchlein, kann es schon mal passieren, dass sie deine Hände mit den Pfoten (meist mit Krallen) packt und zubeißt. Als Liebesbeweis dient dieses Verhalten wohl kaum, auch wenn wir dies gerne so sehen würden😉.

Wenn sich deine Katze das nächste Mal vertrauensvoll auf die Seite rollt und dir ihren Bauch zeigt, dann achte auf eindeutige Körpersignale:

Bewegt deine Katze ihre Pfötchen ganz sanft oder spreizt sie vor Wohlbehagen, schnurrt und blinzelt mit den Augen, dann freut sie sich über eine Streicheleinheit.

In diesem Video siehst du meine Katze Meggie, die beim Streicheln vor Wohlbehagen pfotelt und laut schnurrt. Ihre Sprache zeigt deutlich, dass sie völlig entspannt ist und weit davon entfernt, in meine Hand zu beißen.

💡 Spannt die Katze ihren Körper an, bekommt große Augen und fixiert deine Hand, dann halte still. Warte, bis deine Katze sich wieder etwas entspannt und nimm dann deine Hand ganz langsam und behutsam weg.

via GIPHY

Beim gemeinsamen Kuscheln und Streicheln kann es vorkommen, dass deine Katze plötzlich und für dich unerwartet in deine Hand beißt.

Sie tut dies, weil ihr die Berührungen nicht mehr gefallen oder sie dabei sogar Schmerzen empfindet.

Dauerstreicheln führt bei empfindlichen Katzen zu einem Gefühl der Überreizung und damit zu Unbehagen oder sogar Schmerz.

In der Regel kündigt eine Katze ihr 👉 aggressives Verhalten an, bevor sie zubeißt. Davon bekommst du vielleicht gar nichts mit, weil du dich nebenbei mit deinem Smartphone beschäftigst oder dich unterhältst und nicht auf deine Fellnase achtest.

Zunächst hört sie auf zu schnurren, dann spannt sich der Katzenkörper an und die Schwanzspitze beginnt zu schlagen – erst langsam, dann immer mehr und hektischer.

Die 👉Katze ist sichtlich gestresst. Wenn der Mensch die sehr deutlichen Körpersignale weiterhin ignoriert, wird die Katze in ihrer Not in die Schmerz verursachende Hand beißen und völlig erregt ihren Platz verlassen.

Der Fehler lag also eindeutig bei uns Menschen, wenn wir die Warnsignale unserer Katzen nicht verstehen oder nicht bemerken.

streicheln fuehrt zu schmerzen bei katzen

Menschen streicheln Katzen, obwohl diese das vielleicht gar nicht möchten, weil sie nicht in Stimmung sind, sie noch nicht genügend Vertrauen haben oder ihre Haut überreizt ist.

Auch das Hochheben ist heikel für Katzen, weil sie dabei keine Kontrolle mehr über ihre Handlungen haben.

Deshalb kann es passieren, dass sich deine Katze mit Beißen und Kratzen wehrt.

In meiner Podcastfolge „Aufgepasst beim Katzenstreicheln“ gebe ich dir Tipps, wie du richtig reagierst.

🎧 Folge anhören

Wirst du deiner Katze gegenüber weiterhin unaufmerksam bleiben und nicht auf deren Körpersprache achten, überspringt dein Stubentiger nach einiger Zeit die Signale „Körperanspannung“ und „Schwanzzucken“ und beißt ohne Vorwarnung zu, wenn ihm das Streicheln unangenehm ist.

Oft werden gerade solche Katzen, die direkt zubeißen, als „bösartig“ oder sehr „aggressiv“ beschrieben und nicht selten leidet die Beziehung enorm unter dieser Fehlinterpretation.

Mein Tipp: 💡Lerne, auf die Körpersignale deiner Katze zu achten und höre rechtzeitig mit dem Streicheln auf.

Warte nicht erst, bis sich deine Katze anspannt, sondern höre dann auf mit deinen Liebkosungen, wenn das Schnurren deiner Katze gerade so am Abebben ist.

Damit erreichst du, dass deine Mieze in diesem wunderbaren Entspannungszustand bleibt und es keinen Grund gibt, zu beißen, kratzen oder erbost die Flucht zu ergreifen.

Gleichzeitig fasst deine Katze wieder Vertrauen zu dir und lässt sich gerne streicheln – ohne plötzlich zu beißen.

Wenn eine Katze plötzlich und für sie untypisch beißt beim Gestreicheltwerden, kann es auch daran liegen:

  • Sie hat sich erschreckt und beißt aus einem Reflex heraus in die Hand.
  • ✅ Gib ihr zunächst Raum, um sich zu beruhigen, sprich sanft und zärtlich mit ihr und verhalte dich ganz normal, nicht überfürsorglich. Ein spannendes Spiel oder einige Leckerchen stellen ihre Ausgeglichenheit schnell wieder her.
  • Sie ist schon alt und taub, wird angefasst und beißt aus Selbstschutz zu.
  • ✅ Berühre deine Katze niemals im Schlaf. Wenn sie sitzt oder ruht, mach dich bemerkbar, indem du in ihr Sichtfeld kommst oder neben ihr auf den Boden bzw. den Platz klopfst.
  • Sie hat starke Schmerzen und reagiert daher abwehrend auf Berührungen.
  • ✅ Fahre mit deiner Katze zum Check-up in deine Tierarzt-Praxis.

Es gibt viele solcher Beispiele, die zeigen, wie wichtig es für eine stabile, vertrauensvolle Mensch-Katze-Beziehung ist, genau auf die Körpersprache der eigenen Katzen zu achten, diese richtig zu interpretieren und entsprechend zu reagieren. Nur so können wir gewiss sein, ein stabiles Vertrauensverhältnis zu unseren Katzen aufzubauen und das Zusammenleben mit unseren Katzen zu genießen.

Und diese mit uns😺.

In diesem Sinne: Bleibe aufmerksam, es lohnt sich!

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