Es ist doch so: Was die eine Katze als furchtbar stressig empfindet, bewirkt bei der anderen noch nicht einmal ein Schwanzzucken.

 

Der beliebte Stressor „Türklingel“ lässt so manche Katze panikartig unters Sofa flüchten: „Hilfe, da kommt bestimmt etwas Gefährliches auf mich zu!“, während ein anderer Artgenosse noch nicht einmal sein verdientes Schläfchen unterbricht oder gar neugierig mit zur Tür rennt: „Oh, was gibt es Neues? Ich will es wissen!“

Klassische Stressauslöser bei Katzen

Ganz oben auf der Liste der Stressfaktoren für Katzen stehen :

  • die gefürchtete Transportbox und der Einstieg dort hinein, verbunden mit dem Praxisbesuch,
  • die Silvesterknallerei,
  • die Türklingel,
  • der bevorstehende Umzug (wie man diesem gelassen gegenübertritt, kannst du  hier nachlesen).

Das sind alles Ereignisse, die im Leben einer Katze relativ selten auftreten und nur für einen sehr begrenzten Zeitraum bestehen. In der Regel erholt sich der Körper deiner Katzen schnell wieder von dieser akuten Stresssituation.

Was du tun kannst, wenn deine Katzen gestresst sind

Transportkorbtraining

Zudem kannst du mit deiner  Katze ein Training (am besten geht’s mit dem, 🐾Clicker) absolvieren, das sie dazu befähigt, freiwillig in den Transportkorb zu klettern (was du in meinem 🐾 Katzenclub lernen kannst) und nicht mehr wegzulaufen, wenn die Türklingel ertönt.

Ja, das braucht Zeit und Geduld, lohnt sich aber. Es ist doch wirklich nicht einzusehen, wenn deine Fellnasen lebenslang von einer Türklingel in Aufregung versetzt werden, oder!?

Bestechung mit Leckerchen

entspannte Katze

Mein Kater Sisko rannte früher wie von der Tarantel gestochen aus der Katzenklappe in die Freiheit, wenn die bedrohliche Klingel ertönte. Je nach Besuch ließ er sich nur ganz kurz und in tiefer gelegter Körperhaltung blicken.

Das ist schon lange Vergangenheit, denn Sisko schaut zwar noch auf, wenn es läutet, aber mit einem beruhigenden „Es ist alles in Ordnung!“  (ein Entspannungssignal, s.u.) lässt er sich getrost in sein Körbchen zurücksinken. Von Stress keine Spur mehr.

Bleiben Freunde länger, kommt er gucken und postiert sich auf seinem erhöhten Platz in der Küche, da er dort von meinen Bekannten Leckerchen erhält – Bestechung, die sich bezahlt macht.

Signalwörter einüben

Eine meiner Lieblingsstrategien, Katzen Stress zu nehmen, ist das Einüben bestimmter Signalwörter (einige von euch kennen diese Methode sicher aus dem Clickertraining). Sie ermöglichen es, miteinander zu kommunizieren, Katzen Sicherheit zu geben oder sie zu entspannen.

Bei Stress deiner Katze: Entspannungssignal einüben und anwenden

Was du unbedingt tun solltest, wenn deine Katze gestresst ist:

Leben mit Katze Newsletter

Liegt deine Katze wohlig schnurrend auf deinem Schoß oder in ihrem Körbchen, flüstere mit sanfter Stimme einige Dutzend Male einen kurzen, einprägsamen Satz, den du sonst nie oder höchst selten in der Anwesenheit deiner Katze verwendest.

Ich benutze z.B. bei meinem Kater die Wortfolge „It’s okay.“ Das ist kurz, knackig und gehört nicht zu meinem üblichen Wortschatz.

Am nächsten Tag wiederholst du das Procedere, am übernächsten Tag auch, usw. Ganz wichtig hierbei: Deine Katze muss, wenn du diesen Satz verwendest, absolut entspannt sein. Wenn sie es gerne möchte und es liebt, kannst du sie dabei auch gerne streicheln.

Hast du fleißig geübt, kannst du diese Wortfolge, die nun zum Entspannungssignal wurde, in Situationen verwenden, wenn du dir sicher bist, dass deine Katze angespannt bzw. gestresst reagiert.

Erfreulicherweise wird sie sich, wenn du diesen eingeübten Satz mehrmals wie ein Mantra wiederholst, tatsächlich ein wenig entspannen, was du vlt. an einem Blinzeln mit den Augen oder einer gelösten Körperhaltung erkennen kannst.

Ist diese bedrohliche Situation für deine Katze vorbei, musst du dieses Entspannungssignal  erneut einüben. Keine Angst – das geht sehr schnell.

Bewährt hat sich diese Methode bei der Fahrt zur tierärztlichen Praxis, bei der Untersuchung, bei der Eingliederung eines neuen kätzischen Hausgenossen, beim Training an der Gittertür,…

Viel Erfolg beim Ausprobieren!

Auch der Relaxocat, der mit extra für Katzen zugänglichen Klangwellen arbeiten, kann in bestimmten Stresssituationen hilfreich sein.

Und was ist mit dauerhaftem Stress?

Der falsche Umgang mit deinen Katzen, eine gefürchtete Mitkatze, ein neuer Hausbewohner, schreiende Kinder, dröhnende Dauerbeschallung, Schmerzen, … können bei deinen Katzen zu chronischem Stress führen.

Der ist wirklich übel, da der Körper deiner Katze dann unter Cortisol-Dauerausschüttung steht, was zu Krankheiten wie Blasenentzündungen, Magen-Darm-Entzündungen und sogar Diabetes führen kann.

Ganz zu schweigen davon, dass chronischer Stress Lebensfreude killt und deine Katze unglücklich macht. Und das leider oft unbemerkt, weil viele Katzen still und daher unbemerkt leiden.

 

Hier kannst du nachlesen, an welchen 👉Körperhaltungen du gestresste Katzen erkennen kannst und wie du deinen kätzischen Lieblingen hilfst.

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was du tun kannst wenn deine katze gestresst ist
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