von subtilen Täterkatzen und unglücklichen Opferkatzen
Mobbing unter Katzen ist ein ernstes Problem, das in Mehrkatzenhaushalten häufiger vorkommt, als viele Katzenhalterinnen vermuten. Die Grenze zwischen ausgelassenem Raufspiel und echtem Mobbing ist oft schwer zu erkennen – sie hängt stark von den Persönlichkeiten der beteiligten Katzen ab und kann fließend sein.
Wird eine Katze dauerhaft von ihren Mitbewohnern angegriffen, verfolgt oder bedrängt, leidet ihre Lebensqualität erheblich. Anhaltender Stress kann die Gesundheit der gemobbten Katze ernsthaft beeinträchtigen – sowohl körperlich als auch psychisch. Umso wichtiger ist es, die Warnsignale früh zu erkennen und gezielt zu handeln, bevor sich die Situation festigt.
In diesem Artikel erfährst du, woran du Mobbing bei Katzen erkennst, welche Ursachen dahinterstecken und was du konkret tun kannst, um allen Katzen in deinem Haushalt ein gutes Miteinander zu ermöglichen.
Inhalt
Was bedeutet „Mobbing“ bei unseren Katzen?
Mobbing bei Katzen bedeutet, dass es eine Opferkatze gibt, die über einen längeren Zeitraum von mindestens einem der anderen Artgenossen schikaniert und bedroht wird, sich aber aus dieser Situation nicht befreien kann.
Oft handelt es sich dabei um einen schleichenden Prozess, den du als Mensch zunächst nicht mitbekommst oder nicht Ernst nimmst – gibt es doch ganz subtile Arten des Mobbings.
Je nach Katzenpersönlichkeit und Ausmaß der Schikane zeigt sich der Stress an folgenden Merkmalen:
- Die gemobbte Katze sucht sich aus Angst ein Versteck, um der überlegenen Katze nicht zu begegnen.
- Sie wirkt nervös und schreckt bei dem geringsten Geräusch zusammen.
- Die gemobbte Katze entwickelt ein gesteigertes Putzverhalten.
- Sie wird unsauber, weil sie sich nicht mehr auf die Toilette traut.
- Das Mobbingopfer entzieht sich jedem Kontakt, indem es in einen „Fake-Schlaf“ flüchtet.
Spiel, Streit oder Mobbing – wo ist der Unterschied?
Nicht jede Rauferei unter Katzen ist gleich Mobbing. Gerade wenn du neu im Mehrkatzenhaushalt bist, ist es gar nicht so leicht zu erkennen, was du da gerade beobachtest. Deshalb hier die wichtigsten Unterschiede auf einen Blick.
Beim Spiel wechseln die Rollen: Mal jagt die eine, mal die andere. Beide Katzen wirken locker, die Bewegungen sind federnd und verspielt. Auch wenn es dabei mal ruppig zugeht, hört das Spiel auf, sobald eine der Katzen deutlich signalisiert, dass sie genug hat. Die andere respektiert das.
Beim Streit geht es um einen konkreten Auslöser – einen begehrten Schlafplatz, die Futterstation oder ein aufreibendes Zusammentreffen im Flur. Der Konflikt ist kurz, beide Katzen gehen danach ihren Weg. Warum Katzen streiten und was du dann tun kannst, erkläre ich ausführlich 🐾 in meinem Artikel über Katzenstreit.
Beim Mobbing ist die Situation eine andere – und deutlich ernster. Es gibt immer eine Opferkatze und immer eine Täterkatze. Die Schikane ist nicht an einen einzelnen Auslöser gebunden, sie passiert überall und jederzeit: am Klo, an der Futterschüssel, auf dem Weg ins Nebenzimmer. Die Opferkatze kann sich nicht entziehen, ihre Signale – Fauchen, Brummen, ein erhobenes Pfötchen – werden vollständig ignoriert.
Das entscheidende Kriterium: Beim Mobbing gibt es keinen Rollenwechsel und keine Pause. Die Opferkatze ist dauerhaft auf der Hut, dauerhaft im Stress – ohne Ausweg.
Woran erkennst du eine Mobbingsituation in deiner Katzengruppe?
Wie erkennst du, dass es sich in deiner Katzengruppe bereits um Mobbing handelt?
Rückzug & Fake-Schlaf

Typisch für eine Mobbingsituation unter Katzen ist es, wenn eine der Katzen sich immer mehr zurückzieht, scheinbar schläft, aber die Körperhaltung angespannt ist. Oft liegt sie auf einem erhöhten Platz, die Ohren gespitzt auf etwaige Geräusche ausgerichtet und leicht hochfahrend.
Die Augen werden regelrecht zugekniffen, Schwanz und Pfoten werden ganz eng an oder unter den Körper gezogen. Frei nach dem Motto: Wenn ich dich nicht sehe, siehst du mich auch nicht! Dieser „Fake-Schlaf“ ist ein deutliches Zeichen von 🐾 Dauerstress .
Hier ist sofortige Hilfe nötig bei der Lösung des betreffenden (Gruppen-)Problems, denn chronischer Stress führt nicht nur bei uns zu körperlichen Leiden.
Mal ganz abgesehen davon, dass diese angespannte Situation eine Katze über kurz oder lang völlig aus dem seelischen Gleichgewicht wirft.
Leider kann man diese Körperhaltung, wenn man ein ungeübtes Auge hat oder an nichts Böses denkt, relativ leicht mit einer „normalen“ Schlafposition verwechseln.
Unsauberkeit, Klomobbing & Blockaden
Achte auch auf diese Anzeichen – sie könnten ebenfalls auf eine Mobbingsituation in deiner Katzengruppe hinweisen.
- Eine deiner Katzen wird plötzlich🐾 unsauber, obwohl nichts Organisches vorliegt. Möglicherweise traut sie sich nicht mehr auf das Katzenklo, weil es von der Täterkatze blockiert oder ihr dort aufgelauert wird (👉 Klomobbing), wenn sie sich darauf befindet.
- Einer deiner Fellnasen liegt häufig „demonstrativ“ auf Türschwellen, blockiert mit ihrem Körper Zugänge zu anderen Räumen. Es passiert gar nicht selten, dass die „Täterkatze“, die „doch gar nichts tut“ (außer Starren, was eine Bedrohung darstellt, und den Weg blockieren!!!), als solche nicht erkannt wird. Eher wird diejenige (Opfer-)Katze gemaßregelt, die den Mobber irgendwann anfaucht und die Pfote hebt – zur Verteidigung wohlgemerkt.
- Die Täterkatze kann auch die unterlegene Katze regelrecht belauern, sie offensiv attackieren, ohne jede spielerische Komponente. Wenn der Stalker der anderen Katze keinen Freiraum lässt und die Opferkatze sich nur noch geduckt durch die Wohnung bewegt, ist es höchste Zeit, dieses Problem zu lösen.
Was chronischer Stress mit der gemobbten Katze macht
Mobbing ist kein Befindlichkeitsproblem – es ist eine ernste Belastung mit handfesten gesundheitlichen Folgen. Und das oft lange bevor du als Mensch überhaupt merkst, was in deiner Katzengruppe wirklich passiert.
Eine gemobbte Katze lebt dauerhaft im Ausnahmezustand. Ihr Nervensystem ist permanent auf Alarm gestellt: Wann kommt der nächste Angriff? Von wo? Wie heftig? Erholsamer Schlaf, entspanntes Fressen, unbekümmertes Spielen – all das ist für sie nicht mehr möglich. Ihr Körper fährt alles auf das Nötigste herunter.
Die Folgen zeigen sich früher oder später körperlich:
- Blasenentzündungen gehören zu den häufigsten Krankheitsbildern – die Katze trinkt weniger, weil sie sich nicht sicher genug fühlt, um in Ruhe zur Wasserstelle zu gehen, und traut sich kaum noch auf das Katzenklo.
- Magen-Darm-Probleme wie Durchfall oder Erbrechen können auftreten, wenn der Stresspegel dauerhaft hoch bleibt.
- Das geschwächte Immunsystem macht die Katze anfälliger für Viren, Bakterien und Parasiten – Wunden und Krankheiten heilen schlechter.
- Langfristig kann chronischer Stress auch zu psychosomatischen Erkrankungen führen, die sich ohne eine Veränderung der Situation nicht bessern.
In meiner Beratung erlebe ich immer wieder, dass Katzenhalterinnen zunächst zum Tierarzt gehen – wegen Unsauberkeit, wegen wiederkehrender Blasenentzündungen, wegen unerklärlichem Gewichtsverlust. Und erst im Gespräch stellt sich heraus: Da läuft seit Monaten eine Mobbingsituation, die niemand als solche erkannt hat.
Deshalb gilt: Wenn deine Katze körperliche Symptome zeigt, die sich medizinisch nicht eindeutig erklären lassen, lohnt es sich immer, einen genauen Blick auf die Dynamik in deiner Katzengruppe zu werfen.
Angstlösendes Mittel für das Mobbingopfer
💡 Tipp: Zylkène für Katzen und kleine Hunde
Ist das Mobbingopfer sehr ängstlich, empfehle ich dir, ihr das Nahrungsergänzungsmittel 👉 „Zylkène*“ zu geben.
Wichtig: Zylkène wirkt nicht beruhigend, sondern es reduziert Angstgefühle.
Es nützt also nichts, wenn du es einer Katze gibst, die frustriert, überfordert oder gelangweilt ist.
Katzen, die geduckt durch die Wohnung laufen oder sich vor der anderen Katze verstecken, entspannen sich deutlich unter Zylkène.
Weitere Mittel, die zu entspannterem Verhalten führen, findest du in meinem Blogartikel 👉 Beruhigungsmittel für Katzen.
Verstehen sich deine Katzen weiterhin nicht, suche dir professionelle Hilfe:👉🏼 Beratung durch eine Verhaltensberaterin für Katzen.
Mögliche Ursachen von Mobbing bei Katzen
Gerade im Mehrkatzenhaushalt, in dem es zu wenige Rückzugsmöglichkeiten gibt oder die Katzen nicht zueinander passen, kommt es häufig zu Mobbingsituationen.
Schreckerlebnis, Langeweile und Katzen, die nicht zusammen passen
- Auslöser für das Stalking kann ein Schreckerlebnis gewesen sein, das unbemerkt bleibt, also auch nicht „therapiert“ wird und sich so verselbstständigt.
- Auch wenn die Katzen noch nie so richtig zusammengepasst haben oder die Gruppe 👉 schlichtweg viel zu groß ist, reicht ein Funken, um unterschwellige Konflikte ans Tageslicht zu bringen.
- Wenn dann noch Langeweile, Frust sowie eine nicht katzengerecht eingerichtete Wohnung hinzukommen, in der Rückzugsmöglichkeiten auf allen Ebenen fehlen, verstärkt sich das Mobbingproblem immer mehr.
Dies ist die Variante, die in meiner Verhaltensberatung am häufigsten anzutreffen ist.
In meinem Blogartikel über 👉 schwierige Mehrkatzenhaushalte bekommst du Tipps für mehr Harmonie unter deinen Katzen.
Missglückte Zusammenführung
Bei der 👉 Zusammenführung einer neuen Katze in die schon bestehende Gruppe wird leider oft immer noch nach dem Motto vorgegangen : „Die regeln das schon unter sich!„, was bei sehr gut sozialisierten Katzen tatsächlich meist der Fall ist, bei allen anderen nicht.
Hier solltest du dir viel Zeit nehmen und den Neuankömmling zunächst von den anderen trennen und Schritt für Schritt miteinander bekannt machen.
Hier und bei miteinander arg zerstrittenen Katzen bietet sich die 👉 Zusammenführung deiner Katzen an einer Gittertür an.
Diese Art des Aneinander Gewöhnens ist die katzenfreundlichste und aus meiner Erfahrung erfolgreichste bei schwierigen Katzenkonstellationen.
Schmerz & Unwohlsein
Schmerzen bei Katzen werden permanent übersehen, da unsere Fellnasen ihre Not meistens nicht deutlich zeigen.
Dennoch sind sie da und drücken auf die Stimmung deines Vierbeiners.
Deshalb habe ich in meinen Beratungen sehr häufig erlebt, dass Katzen, die durch Schmerzen, Alterungsprozesse oder chronische Krankheiten belastet sind, ihr Verhalten ändern.
Sie fauchen z. B., wenn sich ihnen ein vertrauter Artgenosse nähert .
Oder sie sind in ihren Bewegungen so eingeschränkt, dass sie Spielaufforderungen nicht mehr annehmen: „Ich bin zu alt, mir tut alles weh, lass mich doch in Ruhe!„.
Auch das kann zu Irritationen bei den anderen Katzen und schlimmstenfalls zu Mobbingsituationen führen (lies 👉Deine Katze ist aggressiv).
Oder es ist gerade das souveräne Tier, das krank wird, das vlt. als „Puffer“ gewirkt hat, sodass die Beziehungen der Katzen untereinander noch einmal ganz neu „verhandelt“ werden müssen.
Sofortmaßnahmen bei Mobbing oder Stalking unter Katzen
Wie solltest du reagieren?
Dies ist nicht leicht zu beantworten, da zunächst die Ursache herausgefunden werden muss.
Als Sofortmaßnahme empfiehlt sich zunächst die räumliche Trennung der Opferkatze von den anderen – das kann ein einzelnes Zimmer sein oder auch ein Stockwerk, je nach Wohnsituation. Dadurch fühlt sich die Katze, die gemobbt wird, wieder sicher.
Um sie selbstbewusster zu machen, spiele mit ihr alleine und clickere mit deiner Katze.
Fühlst du dich mit der Situation überfordert, scheue dich nicht, eine Katzenpsychologin hinzuzuziehen.
Dann eröffnet sich dir wieder die Chance für ein friedliches Zusammenleben🧡🧡.
Wie lange dauert es, bis sich eine Mobbingsituation verbessert?
Das hängt stark davon ab, wie lange die Situation schon besteht und wie konsequent du die notwendigen Veränderungen umsetzt. Frische Konflikte lassen sich oft innerhalb weniger Wochen entschärfen. Wenn das Muster schon Monate oder Jahre läuft, braucht es entsprechend länger – und in der Regel professionelle Unterstützung.
Meine Katze wird vom Katzenklo vertrieben – was tun?
Das ist klassisches Klomobbing und ein ernstes Signal. Als Sofortmaßnahme: mehr offene Katzenklos aufstellen (Faustregel: Anzahl Katzen + 1) und diese an verschiedenen, gut einsehbaren Stellen platzieren, sodass die Opferkatze nicht in eine Falle gerät. Zusätzlich hilft die räumliche Trennung der Katzen, bis die Situation sich stabilisiert hat.
Hilft Feliway oder Zylkène bei Mobbing?
Zylkène kann der gemobbten Katze helfen, wenn sie sehr ängstlich ist – es wirkt angstlösend, nicht beruhigend. Einer Katze, die frustriert oder gelangweilt ist, nützt es nichts. Als sinnvolle Ergänzung zur strukturellen Veränderung ist es einen Versuch wert.
Bei Feliway bin ich in Mobbingsituationen hingegen ausdrücklich vorsichtig: Die Pheromone können die Opferkatze zwar beruhigen – aber die eigentliche Bedrohung bleibt bestehen. Das bedeutet: Der Katze wird Sicherheit suggeriert, die real nicht vorhanden ist. Sie entspannt sich in einer Situation, in der Wachsamkeit für sie überlebenswichtig ist. In meiner Beratung habe ich erlebt, dass Feliway in Mobbingsituationen das Gegenteil von dem bewirken kann, was man sich erhofft. Meine klare Empfehlung: In akuten Mobbingsituationen lieber auf Feliway verzichten.
Beide Mittel – weder Feliway noch Zylkène – lösen die eigentliche Ursache. Sie können allenfalls begleitend eingesetzt werden, ersetzen aber keine strukturellen Veränderungen und keine professionelle Begleitung.
Muss ich eine der Katzen abgeben?
Nicht automatisch. In vielen Fällen lässt sich die Situation durch gezielte Maßnahmen – räumliche Trennung, Wohnungsstrukturierung, Spielroutinen, professionelle Begleitung – so weit verbessern, dass alle Katzen wieder gut miteinander leben können. Eine Abgabe sollte aber ernsthaft in Betracht gezogen werden, wenn das Mobbingmuster trotz allem nicht zu unterbrechen ist. Eine Katze dauerhaft auf einen Raum zu beschränken ist keine Lösung.
Woran erkenne ich, ob meine Katze die Täterin oder das Opfer ist?
Die Täterkatze wirkt oft entspannt und souverän – sie lauert, blockiert, starrt. Ihre Aggression ist häufig subtil und wird deshalb leicht übersehen. Die Opferkatze hingegen zeigt deutliche Stresssignale: Sie zieht sich zurück, wirkt angespannt, frisst weniger oder wird unsauber. Oft wird fälschlicherweise die Opferkatze als „aggressiv“ wahrgenommen – weil sie sich irgendwann zur Wehr setzt.
Deine Katzen brauchen jetzt Hilfe?
Mobbingsituationen eskalieren selten von alleine – im Gegenteil. Je länger sie andauern, desto tiefer graben sich die Muster ein. Und desto schwerer wird es, sie wieder aufzulösen.
Ich begleite Mobbing-Fälle persönlich im Hausbesuch – ausschließlich im Saarland und angrenzenden Regionen. Nur vor Ort kann ich die Dynamik zwischen deinen Katzen wirklich einschätzen und gezielt mit euch arbeiten. Wenn du in meinem Einzugsgebiet lebst, melde dich gerne direkt bei mir.
Wohnst du weiter weg? Im Leben mit Katze Insider-Club findest du fundiertes Wissen zu Konflikten im Mehrkatzenhaushalt, konkrete Strategien – und meine persönliche Begleitung auch auf Distanz.
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Hallo, ich habe seit 2 Wochen genau eine 10 monate alte Katze aus dem Tierheim geholt. Meine beiden 9 jährigen Katze /Kater sind Geschwister und verstehen sich gut. Ich habe seit 2,5 Wochen überall Fellyway drin und seit 1 Woche bekommen die Geschwister Zylkene. Wir haben eine langsame zusammenführung gemacht und wenn wir nicht da sind oder nachts, kommt die kleine in ein separates Zimmer wo alles vorhanden ist. Die erste Woche durfte die kleine das OG erkunden, am we durfte sie dann auch runter. Der Kater geht mega entspannt mit ihr um. Die Katze knurrt brummt und faucht sobald sie die kleine sieht. Sie kann aber auch ganz entspannt im Raum schlafen obwohl die kleine rumläuft. Gestern war dann die ältere Katze so aggressiv das sie 2x die kleine zurecht weisen wollte und auch ihren Bruder angefaucht und mit der tatze gehauen hat. Wir wissen nicht ob es richtig ist das wir die Katze immer davon abhalten zu der kleinen zu gehen oder ob man es mal lassen sollte. Es gibt Phasen da sind alle entspannt und dann wieder so. Wir haben ein großes Haus und ein großes Freigehege, es wird viel gespielt und gekuschelt und die älteren zunächst bevorzugt. Dennoch ist es für uns alle sehr stressig und wir wissen nicht ob wir die kleine doch wieder zurück geben müssen, obwohl wir sie schon total lieben. Besteht denn Hoffnung? Sind 15 Tage zu früh und wann wirkt zylkene richtig? Mit freundlichen Grüßen Monique
Hallo Monique,
ihr macht schon ganz viel richtig: das allmähliche Eingewöhnen und das sanfte Heranführen der Katzen.
Ich kann die Körpersprache deiner älteren Katze von hier aus natürlich nicht deuten und nicht beurteilen, ob ihr Verhalten der Kleinen gegenüber völlig in Ordnung ist oder übersteigert.
Hat sie eher Angst? Fühlt sie sich bedrängt? Ist sie eher territorial?
Zylkène wirkt nämlich Angst lösend, nicht beruhigend. Auf Katzen, die gestresst, aber nicht ängstlich sind, hat es keine Wirkung.
Ich empfehle dir, dich beraten zu lassen. Entweder durch eine 1:1 Beratung einer Katzenpsychologie-Kollegin oder von mir im Rahmen einer Mitgliedschaft in meinem Katzenclub.
Schau doch mal, ob diese Möglichkeit für dich in Frage kommt😊:
👉Mitgliederbereich
Ich wünsche dir, dass alle drei bald zusammen wachsen und Freunde werden.
Herzliche Grüße,
Katja
Sorry für den Nachtrag. Ich habe vergessen zu erwähnen, dass beide sich noch nie ineinander verbissen haben.
Hallo Katja,
Ich habe folgendes Problem. Vor einem Jahre habe ich eine Katze vom Tierschutz bei mir aufgenommen, die sehr scheu war. Nach viel Geduld hat sie sich dann endlich nach vier Wochen gezeigt Rosi ist mittlerweile zwei Jahre alt und immer noch ängstlich. Streicheln und Leckerlies geben, geht nur auf dem Kratzbaum. Aber das macht mich schon sehr glücklich. Nun wollte ich ihr was Gutes tun und habe vor vier Wochen eine Zweitkatze aufgenommen. Beide hatte ich anfangs räumlich getrennt. Juli ist 11 Monate alt, will natürlich mit Rosi spielen und rennt auf sie zu. Rosi knurrt jedoch, faucht, haut meistens wieder ab und zieht sich zurück. Sie wirkt genervt und gestresst von ihr. Rosi kennt andere Katzen. Mein Freund hat letztes Jahr sechs Monate mit seiner Katze bei mir gelebt und beide haben sich prächtig verstanden. Ich muss dazu sagen, dass die Katze meines Freundes bereits fünf Jahre ist und ein relativ gemütliches Wesen hat. Wie kann ich meine beiden Katzen denn unterstützen, damit sie zueinander finden? Gibt es da überhaupt einen Weg? Sind vier Wochen zu kurz um sich Sorgen zu machen? Zusammenführungen können ja Monate dauern. Seit ca einer Woche gebe ich Rosi Zylkene und habe das Gefühl, dass ihre Angst ein wenig schwindet. Beide sind übrigens Wohnungskatzen, können aber im Sommer auf die abgesicherte Terrasse.
Vielen Dank und liebe Grüße
Hallo Claudia,
Rosi ist von Julis stürmischer Art wahrscheinlich etwas überfordert. Sie möchte mehr Abstand und Zeit, um die andere Katze kennen zu lernen.
Ich empfehle dir, Rosi das Nahrungsergänzungsmittel Zylkène zu geben (du findest den Hinweis auch im Blogartikel oben), da es Angst lösend ist.
Außerdem schlage ich eine kontrollierte Zusammenführung an einer Gittertür vor. Das gibt Rosi Sicherheit, die sie unbedingt braucht.
Mehr Infos findest du in meinem Blogartikel:
👉Zusammenführung an einer Gittertür
Viel Erfolg bei der Zusammenführung
wünscht euch Katja
Hallo, wir haben eine ältere Katze, so 8 Jahre und einen jungen Kater, jetzt ein Jahr. Den kleinen Kater haben wir verletzt von der Straße gerettet….
Anfangs hatten wir den Kater nur in einem Raum, Wunden mussten heilen und er musste sich an das Zusammenleben mit Menschen erst gewöhnen. Aber saß funktionierte relativ schnell. Das Kennenlernen beider Katzen haben wir langsam und schrittweise gemacht. Mit Netz zwischen den beiden usw.
Die ältere Katze zeigte da wenig Interesse. Inzwischen dürfen beide Katzen sich im Haus und Garten frei bewegen. Wir haben Rückzugsort für die Katzen, Kratzbäume (die leider kaum genutzt werden), Höhlen usw
Die große hat an Spielen kein Interesse, mit dem kleinen wird regelmäßig gespielt.
Leider kommt es immer wieder zu Handgreiflichkeiten zwischen den beiden (so Pheromon-Verdampfer nutzen wir jetzt auch… bringt aber bis jetzt nicht viel). Die Konfrontationen laufen meist gleich ab… der Kleine läuft auf die große zu, schnuppern an ihr.. meist freundlich…. sie knurrt, dann starren sich beide an und dann hauen sie sich…. danach rennt die große weg und der kleine Hinterher. Manchmal, wenn das schon mehrmals am Tag passiert ist, „beschattet er sie immer wieder und haut auch einfach mal zu.. sie fühlt sich leider nicht mal beim Essen sicher und isst nur, wenn er nicht da ist.
Wissen nicht mehr wie wir das Lösen können… wollen aber ungern einen der beiden abgeben.
zusätzliches Problem ist, dass wir gerade ein Baby bekommen haben und die große Katze anscheinend ein wenig Probleme mit der neuen Situation hat und sich etwas zurück zieht. Manchmal versucht sie Annäherungen an mich und will auf meinen Schoß klettern.. dummerweise immer, wenn ich das Baby im Arm habe und sie dadurch im Endeffekt aufs Baby klettert, was ich ihr verbieten muss..
Hat jemand einen Tipp, wie man beide Katzen versöhnt?
Hallo Rebecca,
hier ist es mit einem „Tipp“ leider nicht getan. Der Konflikt unter den beiden Katzen ist so massiv, dass es die Unterstützung einer erfahrenen Katzenpsychologin braucht, viel Zeit, Geduld und ein kontrolliertes Training, um auszuloten, ob es überhaupt eine Chance für die beiden gibt.
Wenn die ältere Katze bisher als Einzelkatze gelebt hat, wird sie sich nicht mehr an einen Artgenossen gewöhnen. Der Stress für diese Katze ist enorm.
Von daher rate ich dir dringend, für den kleinen Kater ein liebevolles neues Zuhause zu suchen und die beiden so lange räumlich voneinander getrennt zu halten.
Bitte lass dich auch von einer Katzenpsychologin beraten, wie du Katze und Baby einander vertraut machst, sodass sich deine Katze nicht zurückgesetzt fühlt.
Alles Gute für dich und deine Lieben wünscht
Katja
Hallo, ich habe eine Katze vor 1 1/2 Jahren geholt und diese war tragend. Den einzigen Kater dazu habe ich zu einem gleichaltrigen Kater mit 16 Wochen abgegeben… Die Mama und die 3 Mädels wohnen bei mir. Es lief bislang ganz gut. Mama hat zwar manchmal um die Ecke gehauen, aber nie wirklich böse… Nun fängt die älteste der Mädels an( Erstgrborene nach dem Kater), sich mit der Jüngsten aus dem Wurf und auch vor Allem mit Mama anzulegen… Sie verfolgt und gibt nicht auf, sodass die Mama sogar Schutz bei mir sucht. Ausweichmöglichkeiten gibt es genug. Abgesicherter Balkon ist den ganzen Tag auf und wird auch genutzt, wenn sie nicht draussen sind. Kletterwand mit ca. 20 Obstkisten für viele zusätzliche Schlafplätze und 4 Kratzbäume- mit jeweils Höhlen und Hängematten, sowie Rückzugsorten. Ausserdem Sitzwürfel mit Höhlen und Ablagen auf den Fensterbänken…
Feliway hab ich ne Zeit genutzt, bis ich das Gefühl hatte es wirkt nicht mehr richtig…
Vllt kann mir Jemand helfen oder einen Tip geben?
Hallo Tina,
eine einfache Antwort wird es wahrscheinlich nicht geben. Es kommt z. B. sehr häufig vor, dass sich Mutter und Tochter nicht gut verstehen, weshalb ich diese Kombi zur Adoption nie empfehle.
Vielleicht ist die Mutter auch noch ziemlich jung und fühlt sich überfordert. Vier Katzen genügend strukturierten Raum zu bieten, ist auch nicht leicht, es sei denn, es sind Freigänger.
Was ich dir auf jeden Fall empfehle: jeden Tag mindestens zweimal mit allen Katzen (zusammen/einzeln) spielen, für Abwechslung sorgen (z. B. mit Fummelbrettern und Duftspielzeug, Kartons, Umstellen der Möbel, Tricktraining mit dem Clicker…). Sind alle Katzen wirklich ausgelastet und haben alle genügend Rückzugsmöglichkeiten, leben sie meist friedlich zusammen.
Alles Gute für dich und deine Katzenmädchen wünscht
Katja